Das Land Eritrea

Eritrea liegt am südlichen Teil des roten Meeres, am Rande der Sahel-Zone. Es grenzt an den Sudan, Äthiopien und Djibuti. Mit 124.000km² ist es so groß wie Österreich und die Schweiz zusammen. Nach einem über 30-jährigen Unabhängigkeitskrieg gegen Äthiopien wurde 1993 der Staat Eritrea gegründet. In Eritrea leben heute ca. 3,5 Mio. Menschen, die sich in 9 ethnische Volksgruppen aufteilen. Die Amtssprache ist Tigrina.
85 Prozent der Menschen leben auf dem Lande und betreiben Ackerbau und Viehzucht. Muslime und orthodoxe Christen sind etwa gleich stark vertreten. Katholiken, Protestanten und Naturreligionen sind seltener anzutreffen. Nur etwa jedes zweite Kind kann eine Schule besuchen. Gezeichnet durch den jahrzehntelangen Krieg, dem Grenzkrieg 1998-2000 sowie den schwachen Regenzeiten der letzten Jahre zählt Eritrea zu den ärmsten Ländern der Erde.
Unsere bisherigen Projekte in Eritrea
1. Bau der Yegar-Schule (1999/2000)
In Zusammenarbeit mit dem "Katholischen Kindermissionswerk" und dem "Eritrea-Hilfswerk e. V." konnte der Bau einer Schule für ca. 250 Kinder finanziert werden. Im Mai 2000 wurde die Schule in Yegar, einem kleinen Bergdorf im Norden Eritreas, fertig gestellt. Seitdem ist es für alle schulpflichtigen Kinder aus Yegar und den umliegenden Bergdörfern möglich, die Grundschule zu besuchen. Für die Menschen in dieser Bergregion hat diese Schule eine ganz besondere Bedeutung: Die Abwanderung von Familien in größere Orte wurde gestoppt, ja, es kehrten sogar der große Teil der weggezogenen Familien wieder zurück in ihre Dörfer. Auch Erwachsene, die noch nie lesen und schreiben gelernt haben, werden abends unterrichtet und können ebenfalls einen Grundschulabschluss erlangen. Seitdem erhält die Schule jährlich einen Geldbetrag, um Schulmaterialien und Schuluniformen anzuschaffen.

2. Bau des Lehrerwohnhauses und Installierung von Solarbeleuchtung im Lehrerwohnhaus und in der Schule

3. Bau des Regenwasserreservoirs neben der Schule (2005)
In Zusammenarbeit mit dem "Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit" und privaten Spendern wurde ein Regenwasserreservoir mit 120 m³ Fassungsvermögen gebaut.

4. Schulhausbau im Dorf Adi Kurban
Vom Erlös des Sponsorenlaufs der beiden Kirchentellinsfurter Schulen im Juni 2006 wurden umgehend 5 000 € für den Bau einer neuen Schule im Dorf Adi Kurban überwiesen. Dazu kamen noch 2460 € von privaten Spendern, so dass der Förderkreis Patenschulen mit insgesamt 7460 € den Schulhausbau gefördert hat. Das Katholische Kindermissionswerk in Aachen hat den Großteil der Kosten für den Schulhausbau übernommen.
Bereits im November 2006 wurde mit dem Bau begonnen. Die Bevölkerung hat sich am Bau der Schule mit großem Engagement beteiligt, so dass in wenigen Monaten die Schule gebaut wurde.
In Kürze werden die Kinder von Adi Kurban in das neue Schulgebäude einziehen und unter sehr viel besseren Bedingungen lernen können. Über alle Baufortschritte wurden wir mit Fotos von unserem Projektpartner, Bischof Abba Kidane, informiert. Bei unserer geplanten Reise nach Eritrea im August 2007 werden wir an der Einweihungsfeier der neuen Schule teilnehmen. Für die Ausstattung der Schule mit Möbel und Materialien ist unser Projektpartner auf weitere Spendengelder des Förderkreis Patenschulen angewiesen.
Die bisherige Schule
Die neue Schule (Stand März 2007)
Die neue Schule (Stand Juni 2007)
Im August 2007 war es nun soweit: die Schule war fertig, und 3 Mitglieder des „Förderkreis Patenschulen“ konnten die feierliche Einweihung der neuen Schule miterleben. Der Projektträger vor Ort, Bischof Abba Kidane Yebio sowie der Bürgermeister von Adi Kurban und die Ortsvorsteher der benachbarten Dörfer, drückten ihren Dank mit ergreifenden Reden aus. „Für uns fängt nun ein neues Leben an“- diese Worte waren in vielen Reden zu hören.
5. Schulhaussanierung der Selam – Grundschule in Keren
In der Bezirkshauptstadt Keren muss dringend die 1930 erbaute Selam – Elementary – School saniert werden. Durch das undichte Dach sickert Wasser in die Klassenräume, Decken sind teilweise vom Einsturz bedroht, Schülertoiletten sind schon seit Jahren nicht mehr benutzbar. Fenster werden teilweise zugemauert, da das Geld für neue Glasscheiben fehlt. Die Schule verfügt über 28 Räume, in denen ca. 2000 Grundschüler unterrichtet werden. Die Gouverneurin der Region Zoba Anseba hat uns gebeten zu helfen. Wir wollen dies in Zusammenarbeit mit dem Eritrea Hilfswerk Deutschland gerne tun.
6. Hilfe zum Aufbau einer Musikschule in Keren/Eritrea
Bei unserer Projektreise 2007 nach Eritrea wurde von der Gouverneurin Zoba Anseba der große Wunsch an uns herangetragen, den Aufbau einer Musikschule in Keren zu unterstützen. Wir konnten den Verein „Musik für Menschen“ aus Ulm gewinnen, Instrumente und Geld zu sammeln.
Auch wir fanden noch weitere Menschen, die sich mit Geld und Sachspenden an diesem Projekt beteiligten.
So konnten im August 3 Keyboards, 3 Schlagzeuge und 6 Gitarren und einige Flöten per Luftfracht über das „Eritrea Hilfswerk Deutschland“ nach Eritrea geschickt werden.
Wie man auf den Fotos sehen kann, wird an der neuen Musikschule inzwischen schon eifrig studiert und musiziert.




Selam-Schule in Keren ist fertig
Die Renovierung der Selam-Schule mit ihren 1700 Schülern ist zu über 90 Prozent abgeschlossen Neue Fenster eingezogen, das Dach abgedichtet. Es fehlt nur noch an Stahl um das Reservoir abzudecken und kleinere Arbeiten an den Sanitäranlagen abzuschließen. Es ist beeindruckend wie schön die Schule geworden ist. Die Schulräume sind hell, die neuen Fenster lassen viel Licht herein, dämmen aber gleichzeitig die Sonnenstrahlen ab. Wie neu - und die Kinder antworten im Chor auf die Frage, wie die Schule ihnen jetzt gefällt mit einem vielstimmigen Geschrei, das der Lehrer übersetzt: „Sehr gut, schön!“
Sommer 2009, Martin Zimmermann

Förderkreis Patenschulen e.V.